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22.10.2020

Aufgespürte Buntpapiere

Das Buch über die als Vorsatz- und Einbandpapiere genutzten Brokatpapiere stellt eine Besonderheit für das buchbinderische Kunsthandwerk dar.

Die Geschichte dieser faszinierenden Buntpapier-Varianten geht in das 18. Jahrhundert zurück: Erstmals entstanden Brokatpapiere mit ihren vielfältigen silber- und goldgeprägten Dekoren im Kontext des Buntpapierdrucks um das Jahr 1690 in Augsburg. Brokatpapiere sind Prägedrucke, hergestellt mithilfe einer relativ dicken, reliefierten Kupferplatte und gedruckt auf einer Walzenpresse. Mittlerweile gelten diese mehrfarbigen Bogen, deren anziehende Aufmachung auch einem jungen Johann Wolfgang von Goethe ins Auge fiel, als begehrteste Vorsatz- und Einbandpapiere des 18. Jahrhunderts. Adelheid Schönborn stellt in diesem Buch eine Auswahl ihrer persönlichen Sammlung vor.

Herausgeber sind Adelheid Schönborn, promovierte Medizinerin, die einst die Buntpapier-Sammlung ihrer Eltern übernommen hat, und Michael Rothe, Buchbinder/Papierrestaurator, der sein eigenes Atelier für Schriftgutrestaurierung betreibt. Sinn und Zweck dieses Werkes ist, die Gestaltung der Brokatpapiere mit dem Betrachter zu teilen und Interesse an einem Kunsthandwerk zu wecken, das fast in Vergessenheit geraten ist. Insgesamt 70 Brokatpapiere werden abgebildet, ihr Dekor sowie technische Details der Herstellung in den begleitenden Texten beschrieben. Aufgewertet wird das Buch mit einem Essay von Julia Rinck zur Geschichte der Buntpapiere und einem Essay von Matthias Hageböck über Puzzeln – ein Verfahren aus der Frühzeit der Brokatpapier-Fertigung.

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