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17.06.2016

„Die Welt in 1000 Teilen“

Ab dem 19. Juni 2016 klärt im LVR-Industriemuseum Papiermühle Alte Dombach in Bergisch Gladbach eine Ausstellung zur Geschichte des Puzzlespiels auf.

Puzzeln ist nach wie vor ein beliebter Zeitvertreib. Ständig kommen neue Motive auf den Markt. Dieses Geduldsspiel blickt aber auch auf eine lange Tradition zurück. Die Ausstellung zeichnet diese Geschichte mit zahlreichen Objekten aus der Sammlung von Geert Bekkering aus Enschede (NL) nach.

Anfänglich stand das Vermitteln von geografischen Kenntnissen im Vordergrund. Im 18. Jahrhundert benutzten Lehrer und Erzieher auf Holz aufgezogene und dann zersägte Landkarten beim Unterricht. 1763 wurde John Spilsbury als „Londoner Graveur und Zersäger von Karten auf Holz“ erwähnt, die Puzzleproduktion wurde also professionalisiert. Im 19. Jahrhundert erweiterte sich das Spektrum der Motive, neue Druck- und mechanische Sägetechniken machten die Spiele preiswerter. Neben Holz verwendete man auch Pappe. Alle Teile wurden in verschiedene Formen gesägt, und es wurde nach solchen Formen gesucht, die sich miteinander verzahnten, so dass das gelegte Bild zusammen hielt. Die Vielfalt der Sägemuster ist erstaunlich.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Sperrholz als weiteres preiswertes Trägermaterial entdeckt, und es kam zur ersten „Puzzlemanie“. Für die Puzzles aus Pappe lohnten sich jetzt auch Stanzmaschinen, die die Herstellung preiswerter machten. In dieser Zeit wurde auch die englische Bezeichnung „Puzzle“ (Rätsel, Tüftelei) in Deutschland übernommen. Die Begeisterung hielt an: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden erstmals Puzzles mit über tausend Teilen produziert, und seit 1964 verkaufte der Otto Maier Verlag vielteilige Stanzpuzzles in guter Qualität.

Inzwischen ziehen die Riesenpuzzles bis heute viele Puzzlefreunde in ihren Bann. Die Spieler haben jedes Mal, wenn sie ein Teil finden, ein Erfolgserlebnis – das macht laut Psychologen den Reiz des Spiels aus. Fieberhaftes Suchen lässt die Puzzlefreunde alles andere vergessen und wirkt dadurch entspannend. Das Spiel fördert Geduld, Konzentrationsfähigkeit und die Fähigkeit, Formen zu erkennen – deshalb wird es auch aus pädagogischer Sicht geschätzt. Schon um 1800 wurde es als Geduldsspiel (französisch: „Patience“) bezeichnet.

Zahlreiche historische Puzzles, die die Vielfalt der Motive und Formen der Puzzleteile zeigen, sind in der Ausstellung zu sehen. Natürlich kann auch gepuzzelt werden. Das Angebot reicht vom Zusammensetzen eines der größten Puzzles der Welt – das mit den meisten Teilen, nämlich 33.600 – über Wettbewerbe im Schnellpuzzeln bis zur Möglichkeit für Kinder und Erwachsene, sich an Großpuzzles zu versuchen.

Premiere hat die Ausstellung am Sonntag, 19. Juni 2016, um 11.30 Uhr, in der Papiermühle Alte Dombach in Bergisch Gladbach. Geöffnet ist die Ausstellung jeweils dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 3 Euro, ermäßigt 2,50 Euro, für Kinder und Jugendliche ist der Eintritt frei. Besucher-Informationen zur Ausstellung, die bis 29. Januar 2017 zu sehen ist, gibt es bei der Kultur-Info Rheinland (Telefon 02234 9921555), zusätzliche Informationen zum Begleitprogramm im Internet.

www.industriemuseum.lvr.de