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29.11.2019

„Grüner“ werde unsere Umwelt

Weltweit werden immer mehr wichtige Ressourcen ausgenutzt und verschwendet; in der Verlagsbranche und der Druckindustrie hierzulande handelt man indessen.

Ökologie- und Umweltschutz-Themen erregen meist hohes Interesse: Dutzende Besucher verfolgten eine Expertendiskussion zum Thema „Nachhaltigkeit in der Buchproduktion“ beim Forum „Publishing Services & Retail Stage“ auf der vergangenen Frankfurter Buchmesse. Mehrere Unternehmen der Buchbranche verfolgen mittlerweile die Strategie, zunehmend klimaneutrale Druckproduktion zu fokussieren, vorwiegend wiederverwertbare Materialien zu verwenden – und schließlich einen positiven Footprint zu erzeugen.

„Unsere erste klimaneutrale Druckproduktion hat bei uns tiefe Spuren hinterlassen, sodass wir uns entschlossen haben, in dieser ökologischen Form im Verlag weiter zu machen“, berichtete Dr. Nadja Kneissler, Delius Klasing Verlag (Hamburg). Dafür müsste man jedoch mit durchschnittlichen Mehrkosten von 50 Cent pro Buch rechnen – ihren Erfahrungen zufolge wären viele Kunden zur Zahlung dieses höheren Preises bereit. Ebenfalls gelte es auch die Literaturkäufer im Ladengeschäft zum Umdenken zu bewegen: „Ab sofort müssen Buchhändler ihre Kunden überzeugen, auch die nicht foliengeschützten Exemplare zu kaufen.“

Allein die Reduzierung von Kohlendioxid-Emissionen würde beim S. Fischer Verlag (Frankfurt a.M.). vornan stehen, erklärte Stefanie Langner. Konkret habe die Holtzbrinck Publishing Group, zu der dieser Verlag gehört, in den letzten Jahren zehn Prozent Kohlendioxid gespart. Natürlich würden marktgerechte Preise für Bücher und die Verfügbarkeit von Titeln fokussiert. Ferner wird beim Verlag versucht, bei 1400 Druck-Jobs pro Jahr bestimmte Kapazitäten zu bündeln. „Zuletzt haben wir Materialstandards für Schutzumschläge neu gesetzt“, betonte Langner. „Auch stellen wir uns stets die Frage, welcher Titel in Verpackungsfolie eingeschweißt wird – und welcher nicht.“

Klares Vorbild bei der Ressourcenschonung ist wohl Ernst Gugler, Agentur & Druckerei Gugler (Melk/Donau), mit seiner „Vision einer Welt ohne Abfall“. Offenbar setzt sein 2017 geschaffener Druckerei-Neubau mit Naturholz und Recyclingbeton, Zellulose-Dämmstoff und Druckplatten-Verkleidung in Sachen Nachhaltigkeit Maßstäbe. Gugler verfolgt ein striktes ganzheitliches Konzept der klimaneutralen Druckproduktion, bei der verwendete Materialien schadstofffrei und wiederverwertbar sein müssen, damit sie in den Ökologie-Kreislauf zurückgeführt werden. „Grüne“ Druckproduktion könnte seines Wissens bei höherer Nachfrage günstiger werden.

Frank Baier

Weitere Beiträge lesen Sie im Schwerpunkt-Thema „Buchproduktion“ in bindereport 12-2019.

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