Aktuelles

15.09.2017

„Klingende“ Fotobücher

Das Institut für Print- und Medientechnik der TU Chemnitz stellt sich in einem neuen Projekt mit dem Druck von Papier-Lautsprechern für den Massenmarkt auf.

Genau so leicht wie Papier – und mit ganz klarem Sound: Die Lautsprecher der Zukunft werden, schwärmt man im Institut für Print- und Medientechnik der Technischen Universität Chemnitz, dünn wie Papier sein und Verpackungen und Fotobücher zum Klingen bringen. In den Labors der Chemnitzer Forscherinnen und Forscher ist dies nahezu Realität, denn sie entwickelten bereits 2015 das mehrfach ausgezeichnete „T-Book“ – einen großformatigen Bildband, der mit gedruckter Elektronik ausgestattet ist. Öffnet man dieses „T-Book“ – das „T“ steht für Ton – und blättert eine Seite um, dann beginnt diese Seite durch einen unsichtbar im Inneren des Blatt Papiers befindlichen Lautsprecher zu tönen.

Bisher wird die Innovation „T-Paper“ in einer halbautomatischen Einzelbogenfertigung hergestellt. Hierbei werden ganz normales Papier oder Folien mit zwei Schichten eines leitfähigen organischen Polymers als Elektroden bedruckt. Dazwischen kommt eine piezoelektrische Schicht als aktives Element, was das Papier oder die Folie in Schwingungen versetzt und durch die Luftverdrängung laut und deutlich der Sound erzeugt wird. Außerdem lassen sich die beiden Seiten des Lautsprecherpapiers farbig bedrucken. Da dies aktuell nur in einzelnen Bögen möglich ist, ist die Effizienz des Verfahrens sehr gering.

Deshalb gehen die Institutsexperten seit Mai 2017 einen neuen Weg – zur kostengünstigen Massenproduktion. Ziel ihres aktuellen Projektes „Rollengedrucktes Lautsprecherpapier“ (kurz: „T-Paper“) ist es, die aktuelle Bogenherstellung in eine Rollenfertigung zu überführen. „Damit soll die Effizienz des gesamten Prozesses erheblich gesteigert werden, um künftig Massenmärkte wie Fotobücher adressieren zu können“, berichtet Projektleiter Georg C. Schmidt, auf dem Foto (links) zusammen mit Student Robert Eland. Gleichfalls sei vorgesehen, die Leistungsfähigkeit und die Anmutung des Lautsprecher-Papiers zu optimieren. „Somit wird die Möglichkeit eröffnet, das Potenzial dieses Papiers voll auszunutzen und auf weitere Anwendungsbereiche – zum Beispiel im Bereich der Sensorik – auszuweiten“, so Schmidt.

Indessen wird das Projekt „T-Paper“ im Rahmen der Fördermaßnahme „Validierung des technologischen und gesellschaftlichen Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung – VIP+“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in den kommenden drei Jahren mit rund 1,4 Millionen Euro gefördert.

www.t-book.audio