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24.11.2015

„Wenige positive Impulse“

Einen Rückgang der Konjunktur in der deutschen Druckindustrie stellt der Bundesverband Druck und Medien (BVDM) für das erste Halbjahr 2015 fest.

Demnach nahm der reale Umsatz von Betrieben mit 50 und mehr Beschäftigten um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahres-Zeitraum ab. Außer in der Druck- und Medienvorstufe sank der Umsatz in allen Sparten, der Zeitungsdruck verzeichnete wiederholt die stärksten Einbußen dabei. Aktuell werden rund 8700, überwiegend kleine und mittelständische Druck-Unternehmen mit etwa 141 000 Beschäftigten gezählt.

Ebenso erfuhr die Produktionstätigkeit der Druckereien mit 20 und mehr Beschäftigten in der ersten Jahreshälfte 2015 einen Dämpfer. Der Produktionsindex lag mit 2,7 Prozent unter dem Vorjahres-Niveau. Damit einher ging in den Monaten Januar bis Oktober 2015 ein Rückgang der Kapazitätsauslastung der Anlagen, von 85,0 Prozent (2014) auf 82,9 Prozent (2015). Getrieben wurde diese Entwicklung primär durch sinkende Produktionswerte bei Werbedrucken und Verlagserzeugnissen wie Zeitschriften oder Büchern, wie der BVDM erklärt.

Nahezu keine Wachstumschancen für das gesamte Jahr 2015 sieht Wilhelm Zacharias (unser Foto), Wirtschaftsreferent des BVDM. Obzwar die deutsche Wirtschaft von stabiler Konjunktur und moderatem Wachstum geprägt ist, dürften nur einzelne Segmente der Druckindustrie davon profitieren können. Signale aus nachgelagerten Branchen (Verlagswesen, produzierendes Gewerbe, Einzelhandel, Werbewirtschaft) und aus dem Ausland würden nur wenige positive Impulse andeuten. Gleichwohl hat sich im ersten Halbjahr 2015 das Finanzierungsklima in der Branche verbessert, und dies sorge für eine zunehmende, seit Langem ausgebliebene Investitionstätigkeit der Unternehmen. Auch der so genannte Drupa-Effekt dürfte 2016 dabei günstig wirken.

www.bvdm-online.de