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23.10.2017

Digitale Bücher wenig gefragt

Der Digitalwirtschafts-Verband Bitkom gab zur Frankfurter Buchmesse offen zu: Die große Nachfrage nach Audio und E-Books bleibt in Deutschland weiter aus.

Zurzeit liest ein Viertel aller Bundesbürger digitale Bücher. Im Vergleich zu den vergangenen drei Jahren ist der Anteil der E-Book-Leser an der Gesamtbevölkerung damit fast konstant geblieben. Dieses Ergebnis geht aus einer repräsentativen Umfrage im Auftrag von Bitkom hervor. „Digitale Bücher kommen in Deutschland nicht recht vom Fleck“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg (Foto). „Grund hierfür könnten die weiterhin sehr hohen Preise sein, die zum Teil nur wenige Cents unter den Preisen der Print-Exemplare liegen.“ Die Mehrwertsteuer für E-Books liegt bei 19 Prozent, für gedruckte Bücher bei sieben Prozent.

Es entscheidet aber nicht allein der Preis darüber, ob jemand gedruckte oder digitale Bücher liest. Beinahe zwei Drittel bevorzugen die sinnliche Wahrnehmung von gedruckten Büchern. 38 Prozent geben an, dass sie nicht auf einem Bildschirm lesen wollen. Jeder Fünfte würde E-Books gern verleihen oder verschenken, was aktuell technisch nicht möglich bzw. juristisch untersagt ist.

Nach den Ergebnissen der Studie machen E-Reader in diesem Jahr nochmals einen Sprung nach vorne. 67 Prozent der E-Book-Leser nutzen Geräte wie Kindle, Tolino oder Kobo. Dies ist ein Plus von mehr als 20 Prozentpunkten im Vergleich zu 2016. „Durch nützliche Features wie variabel einstellbare Schriftgröße, integrierte Wörterbücher und Suchfunktion für markierte Textstellen können E-Reader punkten. Dazu kommt natürlich das geringe Gewicht und die enorme Platzeinsparung im Regal“, sagt Berg.

Auch Hörbücher spielten auf der Frankfurter Buchmesse eine Rolle. Knapp jeder Dritte nutzt Audio Books – allerdings meist gelegentlich und nicht regelmäßig. Achim Berg: „Hörbücher entsprechen den Gewohnheiten der digitalen Multitasking-Gesellschaft, mehrere Dinge nebeneinander zu tun. Beim Hörbuch-Hören lassen sich prima andere Dinge erledigen – beim Lesen von Text ist das nur schwerlich möglich.“ Viele hören Audio Books etwa beim Autofahren oder beim Sport.

Indessen werden Audio Books von 53 Prozent über den CD-Player gehört – noch vor dem Smartphone (23 Prozent), Tablet (13 Prozent) und MP3-Player (12 Prozent). „Früher musste man zum Abspielen von Musik oder Hörbüchern unterwegs ein extra Gerät dabei haben. Inzwischen hat mit dem Smartphone nahezu jeder ein mobiles Gerät in der Hosentasche“, sagt Berg. „Hinzu kommen die schier grenzenlosen Hörbuch-Inhalte, etwa von Streaming-Plattformen wie Spotify oder Deezer. Hörbuch-Verlage vertonen inzwischen aufwändig originelle Hörbücher mit bekannten Sprechern, die über eigene Fangemeinden verfügen.“

www.bitkom.org