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21.03.2017

Druck-Weiterverarbeitung im Fokus

Ergebnissen des 4. „Drupa Global Trends Reports“ der Messe Düsseldorf zufolge, investieren Dienstleister vorrangig in die Bereiche Print-Finishing und Bogenoffset.

„Der Report zeigt, dass sich die Druckbranche trotz der regionalen und marktspezifischen Unterschiede wieder im Aufschwung befindet und stark investieren wird, um den Erfolg in der Zukunft zu sichern“, meint Sabine Geldermann, Director Drupa Messe Düsseldorf. An der Umfrage von Printfuture im Auftrag der Messe Düsseldorf nahmen rund 850 Druck-Dienstleister und über 300 Zulieferbetriebe aus allen Regionen und Märkten teil.

Weltweit bezeichnen 42 Prozent der Druckbetriebe ihre Geschäfte 2016 als wirtschaftlich „gut“, nur 11 Prozent bewerten sie als „schlecht“; das entspricht einem Nettowert von +31 Prozent. Bislang ist das der höchste, jemals im Verlauf der mehrjährigen Befragungen erreichte Wert; die Prognose für 2017 hat sich mit +46 Prozent sogar verbessert.

Gleichwohl nehmen Abweichungen zwischen Märkten und Regionen zu. Verpackungsdruck mit einem Nettowert von +39 Prozent und Funktionsdruck (industrielle bzw. dekorative Bedruckungen) mit +34 Prozent sind die erfolgreichsten Segmente, während der Akzidenzmarkt mit +26 Prozent und Publishing mit 23 Prozent hinterher hinken.

Nordamerika ist wieder die stärkste Region mit einer Nettobilanz von +49 Prozent, gefolgt von Europa und Australien/Ozeanien mit +33 Prozent, Zentral-/Südamerika mit +29 Prozent, Asien mit +20 Prozent und dem Nahen Osten mit 19 Prozent. Afrika weist mit –3 Prozent die erste negative Nettobilanz in der Reportserie auf. Bei vielen Kennwerten verzeichnete der Nahe Osten sehr schlechte Zahlen, während Afrika sowie Zentral- und Süd-Amerika von instabilen Bedingungen berichteten.

Außerdem beklagen die Druck-Dienstleister weiter sinkende Preisen und immer kleinere Margen; diese werden durch gestiegene Umsätze und Auslastung kompensiert. Beim konventionellen Druck bleibt es bei immer kleineren Auflagen und kürzeren Vorlaufzeiten – sowie höherer Anzahl von Aufträgen.

Anders als in den Vorjahren legt das Wachstum des Digitaldrucks eine Pause ein: 28 Prozent der Druck-Dienstleister berichteten 2015, dass mehr als ein Viertel ihrer Umsätze aus dem Digitaldruck-Bereich seien, während 2016 die Zahl bei 27 Prozent lag. Trotzdem bestimmt der Digitaldruck den Funktionsdruck – wobei Inkjet bei den meisten Anwendungen als Technik dominiert, und zwar mit einem Anstieg von 61 Prozent (2014) auf 74 Prozent (2016). Digitaldruck legt ähnlich schnell im Akzidenzdruck bzw. Großformatdruck zu – von 37 Prozent (2013) auf 50 Prozent im vergangenen Jahr. Auch der viel beschworene Aufstieg von Digitaldruck-Verpackungen hat begonnen. So boten im vergangenen Jahr 34 Prozent der Verpackungsdrucker Digitaldruck an – gegenüber 24 Prozent (2014).

Auffälliger ist der weltweit deutliche Rückgang bei Web-to-Print-Anlagen von 26 Prozent (2015) auf 23 Prozent (2016). Wiederum sind die Zahlen nicht überall rückläufig; in Asien sind sie beispielsweise gestiegen. Andere Regionen (Nordamerika und Australien/Ozeanien) verzeichneten drastische Rückgänge.

Auch offenbarte ein Blick auf die Investitionspläne, dass 42 Prozent der Druckbetriebe über die letzten 12 Monate mehr und nur 11 Prozent weniger investiert hatten, was +31 Prozent Nettobilanz entspricht. Derzeit sind für das Jahr 2017 +41 Prozent Investitionen geplant. Diese erfreuliche Nachricht betraf die meisten Regionen – mit Ausnahme des Nahen Ostens, wo ein Negativrekord innerhalb der Reportreihe mit nur +5 Prozent für 2016 aufgestellt wurde. Zum ersten Mal rangiert der Bereich Druck-Weiterverarbeitung weltweit an erster Stelle, gefolgt von neuer Drucktechnologie und von Prepress/Workflow/MIS – was zeigt, dass die Automatisierung ernst genommen wird.

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