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24.05.2019

Ewigkeiten in Buchform

Anlässlich ihres 400-jährigen Jubiläums präsentiert die Universitätsbibliothek Würzburg die prunkvollsten Schätze aus ihren Sammlungen in einer einmaligen Exposition.

Etwa 75 besondere Exponate werden in der Ausstellung „Elfenbein & Ewigkeit“ gezeigt, in denen sich Mediengeschichte in prächtigen Farben und oft singulären Texten entfaltet. Schon seit dem frühesten Mittelalter werden Bücher auf Pergament geschrieben und in Buchform gebunden. Spektakulär sind die Abschriften der vier Evangelien; neun dieser Prunkstücke werden präsentiert. Sechs davon tragen mit Elfenbeinplatten geschmückte Einbände, darunter das „Heilige Buch Frankens“ – das berühmte Kilians-Evangeliar, dessen Elfenbeinrelief das Martyrium der Frankenheiligen zeigt. Unter den Exponaten befindet sich die älteste Handschrift, die die Universitätsbibliothek Würzburg besitzt. Hierbei handelt es sich um einen auf Papyrus geschriebenen Text, eine Abschrift der Hannibal-Biographie des Spartaners Sosylos; das Fragment ist der weltweit einzig existierende Textzeuge dieses Werks.

Als einzigartige Beispiele mittelalterlicher Buchmalerei gelten ein Festtags-Lektionar der Malschule des Klosters Reichenau, deren Werke zum Unesco-Weltdokumentenerbe zählen, oder die Würzburger Dominikanerbibel (1246). Exotisch und aus späteren Zeiten präsentiert sich die deutsche Übersetzung des Hortus Malabaricus (ca. 1730), ein Pflanzenbuch zur neu entdeckten Flora von Südindien, das der Blumenmaler Georg Dionysius Ehret illustriert hat.

Stationen zum Mitmachen und Selbst-Begreifen sind in die Ausstellung integriert: An einem mittelalterlichen Schreibpult lassen sich die Mühen der Schreiber mit Federkiel und Tinte erfahren. Die Nachbildung eines aus dem späten Mittelalter stammenden Lesepults, an dem Bücher zur Diebstahlssicherung angekettet waren, ermöglicht eine Vorstellung von den frühen Bibliotheksräumen. Innerhalb eines Virtual-Reality-Games wird eine Episode aus der Stadtgeschichte zum Aufhänger für eine spannende 3D-Rallye durch das mittelalterliche Würzburg.

Die Ausstellung imLesesaal Sondersammlungen der Zentralbibliothek Würzburg (3. OG) ist noch bis 7. Juli 2019 jeweils montags bis freitags von 10 – 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 – 17 Uhr geöffnet.

www.bibliothek.uni-wuerzburg.de/400/ausstellung/, go.uniwue.de/ub400programm

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