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13.01.2020

Gedrucktes fördert Kompetenz

Gemäß einer Metaanalyse zur Entwicklung des Lesens verstehen bereits Schüler jeden Alters lange Informationstexte auf Papier objektiv besser als auf dem Computer-Screen.

Während Schulen das digitale Lesen verstärkt und ohne geeignete und empirisch validierte Tools und Technologien des Lernens fördern, könnte sich die Entwicklung des kindlichen Lektüre-Verständnisses verzögern. Dasselbe gilt für die Fähigkeit der Schüler zu kritischem Denken, die eine Schlüsselkompetenz der Demokratiebildung darstellt. Der Bundesverband Druck und Medien (BVDM) und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) fordern daher, dass Schulen vorrangig auf die Stärken von Print setzen, da bislang keine verlässlichen pädagogischen Strategien und Instrumente vorliegen, die Schülern zu vergleichbar vertieftem Lesen und damit erfolgreichem Lernen auch auf digitalen Geräten verhelfen.

Innerhalb der EU-Förderinitiative „Cost Action E-Read“ haben fast 200 Wissenschaftler aus Europa vier Jahre lang (2014–2018) den Einfluss der Digitalisierung auf das Leseverhalten untersucht. Die Förderinitiative begründete auch eine Metastudie von Pablo Delgado und Kollegen mit, die 54 Einzelstudien (2000–2017) mit über 170 000 Teilnehmern aus 19 Ländern analysiert hat. Die 2018 veröffentlichte Studie ergab, dass Papier weiterhin das bevorzugte Medium zum Lesen längerer Texte ist; dies gilt vor allem im Hinblick auf ein tieferes Verständnis und das Behalten (Retention) des Gelesenen.

Papier unterstützt insbesondere unter Zeitdruck das Lesen langer Texte am besten. Letzteres hat für kognitive Leistungen wie Konzentration, Aufbau des Wortschatzes und Erinnerung unschätzbare Bedeutung. Demgegenüber überschätzen die Leser ihr Leseverständnis am Computer-Screen und neigen dazu, die Information zu überfliegen. Unabhängig vom Alter und der vorherigen Erfahrung mit digitalen Umgebungen haben die Nachteile des Lesens am Bildschirm gegenüber dem auf Papier über die Jahre sogar zugenommen, selbst unter Digital Natives. Forschungen außerhalb Europas bestätigen diese Befunde, die nun in eine Erklärung von mehr als 130 Wissenschaftlern der Förderinitiative Eingang fanden.

www.bvdm-online.de

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