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01.09.2017

Handwerk als sinnvoller Ausgleich

Eine Handwerksbuchbinderei mit Papierrestaurierung, Teil der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, macht sich für Menschen mit Benachteiligung stark.

Innerhalb des Diakonie-Unternehmens Bethel hat sich der Stiftungsbereich Arbeit und Berufliche Rehabilitation proWerk etabliert. „Menschen mit und ohne Behinderung sollen zusammen leben, lernen und arbeiten – in einer Gemeinschaft, in der sich alle gegenseitig schätzen und respektieren“, lautet dessen Philosophie. Aktuell verfügt Bethel proWerk in Bielefeld über mehr als 50 Standorte. Vielfältige Dienstleistungen werden ausgeführt. Beispielsweise gibt es ein Servicecenter Druck mit Grafikdesign, Druckverarbeitung und Konfektionierung sowie Direktversand im Quellenhofweg. Innerhalb des Werkstattverbundes im Haller Weg ist eine Handwerksbuchbinderei mit eigener Papier- und Einbandrestaurierung integriert.

2017 bestehen die v. Bodelschwinghschen Stiftungen 150 Jahre; auf 140 Jahre kommt die Bethel-Handwerksbuchbinderei 2018. Eine stattliche Modellskulptur des traditionellen Bielefelder Leinewebers mitten in der Werkstatt war ein Geschenk der Stadt Bielefeld zum 100-jährigen Bestehen und zeigt den unmittelbaren Bezug zur Stadt. „Unsere Werkstatt befindet sich seit mehr als 20 Jahren im Stadtteil Gadderbaum“, erklärt Jörg Hamker (siehe Foto), der einer von vier Buchbindern mit sozialpädagogischer Zusatzqualifikation ist, die drei Vollzeitstellen und eine Teilzeitstelle belegen. „Insgesamt 30 Mitarbeiter sind in der Werkstatt beschäftigt, Menschen mit verschiedensten Handicaps“, erläutert er beim Rundgang durch das Haus.

Wegen der Beeinträchtigungen der Menschen wird in der Werkstatt oft in Teilzeit gearbeitet. „Hierbei achten wir darauf, dass unsere Mitarbeiter in stetiger Balance des Förderns und Forderns sind und vor allem psychisch stabil bleiben“, macht Jörg Hamker klar. Auch gibt es sozialpädagogische Fachkräfte im Haus. Handwerk ist für Menschen mit Beeinträchtigungen ein sinnvoller Ausgleich. Kostenträger sind meistens die Bundesagentur für Arbeit, die Deutsche Rentenversicherung und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe. „Die Stiftungen Bethel haben bei unseren Aufträgen einen Anteil von circa zehn Prozent“, berichtet Jörg Hamker. „90 Prozent unserer Auftraggeber sind sowohl öffentliche Institutionen, Kirchengemeinden und Kliniken als auch private Kunden.“

Gerade die hohe Qualität bei der Ausführung der Aufträge überzeugt die Kunden: Momentan verzeichnet die Werkstatt zunehmende Aufträge in allen Bereichen, und die Auslastung bei der Papierrestaurierung ist inzwischen bis Jahresmitte 2018 gesichert.

www.prowerk-bethel.de

Einen ausführlichen Beitrag lesen Sie in bindereport-Ausgabe 09-2017.