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06.07.2018

Handwerk ohne klare Zukunft?

Stetig appelliert der Bund Deutscher Buchbinder e.V. (BDBI) an seine Mitglieder, individuelles Engagement bei der Akquise von Fachkräfte-Nachwuchs zu zeigen.

Bildung ist der sprichwörtliche Schlüssel für den Fortbestand der Buchbinder-Branche. Wenn man keine Ausbildungsplätze anbietet, gibt es keine qualifizierten Fachkräfte, keine potenziellen Nachfolger für die Betriebe – und für das Handwerk keine Zukunft mehr. Darin sind sich die Unternehmer des Buchbinder-Handwerks einig. Obzwar viele Betriebe die Mitarbeiter halten, geht die Anzahl der Betriebe weiter zurück. Womöglich ist auch die vielerorts fehlende Ausbildung im Handwerk einer der Gründe.

„Unser Berufsbild muss bei den Einkommen im unteren Bereich attraktiver werden“, erklärt Hartmut Köhler, stellvertretender BDBI-Vorstandsvorsitzender. Konkret sollen die geringeren Einkommen schneller und die höheren Einkommen langsamer steigen. Zudem könnte eine höhere Vergütung der Ausbildung das Berufsbild für Interessenten attraktiver machen. Somit empfiehlt der BDBI den Betrieben eine Erhöhung der aktuellen Vergütung der Ausbildung (450 Euro, 500 Euro bzw. 550 Euro in den jeweiligen drei Ausbildungsjahren) um jeweils 50 Euro ab August dieses Jahres.

Bereits seit zehn Jahren agiert der „ZAM“ („Zentraler Aufgabenerstellungsausschuss für Meisterprüfungen im Buchbinder-Handwerk“), eine gemeinsame Initiative von Vertretern der Meisterprüfungsausschüsse, von Fachpädagogen und Vorstandsmitgliedern des BDBI. Seitdem werden den Meisterprüfungsausschüssen zeitgemäße Prüfungsaufgaben zur Verfügung gestellt, um einen bundeseinheitlichen Standard in den Meisterprüfungen zu erreichen. Binnen der vergangenen zehn Jahre, erläuterte BDBI-Vorstandsmitglied Holger Warnecke, sind mehr als 50 angehende Buchbinder-Meister mit diesen Aufgaben geprüft worden.

Mehrere Buchbindereien haben Dienstleistungen der Restaurierung im Portfolio. Häufiger wurde studierten Restauratoren bei öffentlichen Ausschreibungen der Zuschlag gegeben, sodass Buchbinder mit Fortbildung „Restaurator im Handwerk“ deutlich benachteiligt wurden. Demnächst dürfte eine geplante bundeseinheitliche Verordnung den Handwerkern wieder Vorteile bei der Auftragsvergabe einräumen, erklärt BDBI-Vorstandsmitglied Werner Obermeier (Foto). Aufgrund der Kooperation mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung konnte der BDBI zu einer Entwurfserarbeitung der aus den 1990-er Jahren stammenden Fortbildungsordnung beitragen. Vermutlich werden die Änderungen im Jahr 2019 im Bundesgesetzblatt publiziert.

www.bdbi.de

Einen ausführlichen Beitrag lesen Sie in bindereport 7-2018.

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