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18.05.2017

Inklusion lautet die Strategie

Eine Firma aus Villingen-Schwenningen macht sich in ihrem Betriebsalltag für körperlich und psychisch eingeschränkte Jugendliche und Erwachsenen stark.

Als ein gestandener Zulieferbetrieb und Servicepartner für die Druck-Weiterverarbeitung gilt die Josef Foellmer GmbH. Momentan werden 15 Mitarbeiter beschäftigt und Nachwuchs-Fachkräfte herangezogen, in fast jedem Jahr zwei Auszubildende, die die Mannschaft von Mechatronikern und Industriekaufleuten verstärken. Nachdem Michael Foellmer im Jahr 2012 das „Ruder“ des Familienbetriebs von seinem Vater Werner Foellmer und damit die Geschäftsführung übernommen hatte, vollzog er eine wichtige Änderung: Für das seit 1947 bestehende und in dritter Generation geleitete Unternehmen führte er ein anderes Personalkonzept ein.

Während seines Freiwilligen Sozialen Jahres in der Lebenshilfe Rottweil entwickelte er Gespür für den Umgang mit körperlich und psychisch eingeschränkten Jugendlichen und Erwachsenen. Schon seit dem Jahr 2014 beschäftigt die Josef Foellmer GmbH kontinuierlich junge Frauen und Männer z.B. aus der Lebenshilfe Rottweil – ob für Lager, Produktion oder Büro. Damit wird in jedem Jahr drei bis vier Menschen die Möglichkeit gegeben, trotz etwaiger „Einschränkungen“ einen „normalen“ Job zu erlernen und in einem „normalen“ Industriealltag Fuß zu fassen.

Außerdem wird auf das bewährte „Supported Employment Project“-Modell gesetzt. Dabei handelt es sich um ein Modell, bei dem Menschen mit Einschränkungen geholfen wird (durch individuelle Berufsplanung mit der Erstellung beruflicher Profile und Job-Suche, durch Job-Coachings, Qualifizierung am Arbeitsplatz, Unterstützung bei der Beantragung von Fördermitteln, Arbeitserprobungen, begleitete Praktika u.v.m.). Demzufolge ist es keine Besonderheit, wenn die Arbeitnehmer aus der Lebenshilfe Rottweil zusammen mit den Mitarbeitern aus dem Hause Foellmer zum Zollamt fahren und dort Sendungen für Ein- und/oder Ausfuhr gestellen lassen und die Prozesse des Alltags der Industrie hautnah miterleben.

Einige von ihnen werden am Ende der Praktikumsphase übernommen und fest eingestellt. Michael Foellmer: „In der heutigen Zeit von Toleranz und Akzeptanz geht man entweder mit dem Zeitgeist, oder man geht unter. Wieso sollte man also nicht den Menschen, die von der Gesellschaft immer als ‚benachteiligt‘ gesehen werden, eine Chance und einen echten Alltag geben?“, vertritt er seinen Standpunkt gegenüber der „Norm“ und Etikette. „Sicherlich muss man manchmal Arbeitsprozesse anders strukturieren und kontrollieren, denn noch kann man den meisten wirklich viel zutrauen, und sie und ihre Familien freuen sich darüber, trotz Einschränkung ernst und für voll genommen zu werden.“ Offensichtlich ein erfolgreiches Personalkonzept: So konnte binnen kurzer Zeit das gesamte Firmengebäude umstrukturiert, saniert und renoviert werden, womit mehr Raum für mehr Effizienz geschaffen wurde.

www.foellmer.com