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14.09.2016

Jubiläum für Bibliotheks-Gebäude

Feierlich eingeweiht wurde der Gründungsbau der „Deutschen Bücherei des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler zu Leipzig“ am 2. September 1916.

Errichtet wurde das repräsentative Gebäude der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig mit der eindrucksvoll geschwungenen Hauptfassade nach den Entwürfen von Oskar Pusch. Ein Generalbebauungsplan aus dem Jahr 1913 sah für das Gebiet am Deutschen Platz eine als Prachtstraße ausgebildete zentrale Achse vor, die eine Verbindung zwischen dem Neuen Rathaus und dem Völkerschlachtdenkmal herstellte – und die heutige Straße des 18. Oktober ist. Der Entwurf beinhaltete einen gekrümmten Baukörper im Stil der italienischen Frührenaissance mit einer künstlerisch ausgestalteten Fassade am Deutschen Platz, der Verwaltungs- und Katalogräume sowie Magazinflächen in den Obergeschossen enthielt. Senkrecht dazu erstreckte sich ein Mitteltrakt mit dem Lesesaal. Errichtet wurde das Bibliotheksgebäude von 1914 bis 1916 in zweieinhalb Jahren Bauzeit. Schon die damaligen Planungen sahen alle 20 Jahre eine Erweiterung vor, damit sollte der Gebäudekomplex eine für die nächsten 200 Jahre ausreichende Kapazität aufweisen.

Mit dem ersten Erweiterungsbau, der von 1934 bis 1936 als Südostflügel errichtet wurde, und dem zweiten Erweiterungsbau, der von 1959 bis 1963 an der Nordwestseite entstand, folgte man den Planungen des Architekten Oskar Pusch und des Baurats Karl Julius Baer. Bereits der dritte Erweiterungsbau, der von 1976 bis 1982 als reiner Magazinbau errichtet wurde, wich vom ursprünglichen Plan ab. In einem Abstand von circa 40 Metern zum Altbau wurde ein freistehendes Magazingebäude errichtet, das ausschließlich der Aufbewahrung von Büchern dient. Die Straße des 18. Oktober wurde ab 1968 teils mit Wohnhochhäusern bebaut. Im städtebaulichen Kontext dieser Wohnhochhäuser ist der dritte Erweiterungsbau, der in Form eines Bücherturmes errichtet wurde, zu sehen.

Indessen gibt es einen 2011 eröffneten, vierten Erweiterungsbau der Stuttgarter Architektin Gabriele Glöckler, der am Westgiebel an den Gründungsbau am Deutschen Platz andockt und das Gebäudeensemble zusammenfügt, indem er den Bücherturm einbezieht. Neben Ausstellungsräumen für das Deutsche Buch- und Schriftmuseum und dem Museumslesesaal bietet er Platz für Büroräume und Magazine; darunter sind auch die Magazine des von Berlin nach Leipzig gezogenen Deutschen Musikarchivs, für das ein Lesesaal-Gebäude im westlichen Innenhof des bestehenden Gebäudes errichtet wurde. – Die Magazinkapazitäten des jüngsten Erweiterungsbaus werden voraussichtlich im Jahr 2025 ausgeschöpft sein. Für eine fünfte Erweiterung haben die Arbeiten an der Bedarfsbeschreibung für einen Magazinbau mit optimalen Bedingungen für die Lagerung der Medienwerke – Bücher, Zeitschriften, Tonträger, Datenträger – bereits begonnen.

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