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06.02.2018

Kaum noch Zeit zum Lesen?

Immer mehr Deutsche bewegen sich im Netz von WhatsApp, Netflix & Co., Bücher verschwinden offensichtlich vom Radar.

Erkenntnisse und Folgen einer Käuferstudie des Börsenvereins des deutschen Buchhandels in Frankfurt am Main (Michael Roeseler-Graichen) für unsere Branche zeigen, wie wichtig es ist, das Lesen wieder groß zu machen und es zu feiern. Wir müssen noch mehr Ideen produzieren und noch mehr „netzwerken“.

Das weiterhin deutlich wachsende Angebot an Freizeitaktivitäten und Medienformaten führt zu einer Zeitverknappung. Die digitale (Arbeits-) Welt ist immer kürzer getaktet und zwingt in wachsendem Maße zum Multitasking. Vor allem jüngere Menschen haben aufgrund ihres intensiven Onlineverhaltens keine Zeit mehr zum Lesen. Informationsüberflutung führt zu einem Aufmerksamkeitsdefizit. Die Fähigkeit, sich auf einen Gegenstand über einen längeren Zeitabschnitt zu konzentrieren, nimmt ab.

Inzwischen ist eine gewisse Abhängigkeit von digitalen Medien zu beobachten. Ständiges Kommunizieren stresst und lässt die Menschen Bücher vergessen. Videostreaming wird wichtiger, es ist gesellschaftsfähig, Serien zu gucken statt Bücher zu lesen. Somit ändert sich die gesellschaftliche Rolle des Bücherlesens und auch des Zeitunglesens; über Bücher und Zeitungen wird nicht mehr gesprochen.

Jedoch ist der ideelle Stellenwert des Lesens und des Buches unvermindert hoch. Die tiefe Sehnsucht nach dem Rückzug und der Kontemplation ist immer noch vorhanden, die uns nur das Lesen schenkt. Gemeinsam kann unsere Branche immer noch viel Potenzial heben. Und das nicht nur bei den verlorengeglaubten Seelen.

Thomas Schmidt
(Inhaber der Firma Franz Hoffmann, Feinleder, Stuttgart)