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28.08.2017

Kultur-„Schatz“ für Weimar

Genutzt wurde sie bis 2011 von der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle: Jetzt geht Otto Dorfners Werkstatt als Dauerleihgabe an die Klassik Stiftung Weimar.

Die Kunsthochschule übergibt die historisch bedeutsame und weitestgehend geschlossen erhaltene Buchbinde-Werkstatt von Otto Dorfner (1885–1955) der Klassik Stiftung Weimar als unbefristete Dauerleihgabe. Unsere Aufnahme zeigt die Übergabe des Bestandsverzeichnisses der Otto-Dorfner-Werkstatt mit Stiftungspräsident Hellmut Seemann, Foto links (Klassik Stiftung Weimar), und Hochschul-Kanzler Wolfgang Stockert („Burg“). Das über 5000 Einzelstücke umfassende Konvolut enthält 14 Maschinen, 31 Möbelstücke sowie eine rund 450 Bücher umfassende Handbibliothek und weist Werkzeuge, Vergolde- und Prägestempel auf.

Dorfner, der 1910 als Werkstattleiter durch den Architekten und Designer Henry van de Velde (1863–1957) an die Kunstgewerbeschule Weimar berufen wurde und später auch am Bauhaus als Werkmeister tätig war, zählt zu den renommiertesten Einbandkünstlern des 20. Jahrhunderts. Die originale Ausstattung der Werkstatt, die bis in die 1910er Jahre rückdatiert werden kann, hat sich bis heute in wesentlichen Teilen erhalten. Als externer Ausbildungsort wurde die Werkstatt am historischen Standort in Weimar von 1979 bis 2011 für Unterrichts-Veranstaltungen von Buchkunst-Studierenden der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle genutzt.

Die in der Erfurter Straße 8 in Weimar bis vor kurzem noch weitestgehend geschlossen erhaltene Werkstatt wurde 1953 zunächst der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig unterstellt. Zwischen 1979 und 2011 wurde sie als Ausbildungsort der Kunsthochschule Halle genutzt. Damit zählte die Buchbinderei zu einer von mehreren externen Werkstätten der „Burg“. Infolge notwendiger Umstrukturierungen und Neuordnungen der Liegenschaften seit 1990 wurden die Werkstätten sukzessive wieder in die Kunsthochschule Halle integriert, teilt die Einrichtung mit.

Deshalb werden nicht zum historischen Bestand Dorfners gehörende Werkzeuge, Möbel sowie Klischees der Werkstatt nun direkt in den Werkstätten der „Burg“ weiter verwendet. Mit der Auflösung der Werkstatt in Weimar und der Dauerleihgabe des historischen Bestandes an die Klassik Stiftung Weimar ist auch der langjährige Prozess der Integrationen vormals externer Werkstätten an die Kunsthochschule Halle beendet. Das von Otto Dorfner vormals als Werkstatt und Wohnhaus genutzte Gebäude wird durch den Landesbetrieb Bau des Landes Sachsen-Anhalts fortan verwaltet.

www.burg-halle.de, www.klassik-stiftung.de