Aktuelles

23.02.2016

Papier als Bote für Kultur

Derzeit wird in einer Wechselausstellung in der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig die Historie und Kultur des Papiers in Szene gesetzt.

Wenn im Maschinensaal der Papierfabrik plötzlich der Ruf „Bahnriss!“ erschallt, wissen die Papiermacher ganz genau: Ein technischer Störfall ist eingetreten, die Produktion muss neu in Gang gebracht werden. Wiederum sind heute ganz andere Bahnen gerissen – die über Jahrhunderte sich geradezu symbiotisch entwickelnde enge Bindung von Papier und Kultur ist im Internet-Zeitalter brüchig geworden. Das Deutsche Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig spürt der traditionellen Verknüpfung von Papier und Kultur in der Wechselausstellung „Bahnriss?! Papier | Kultur“ nach.

Strukturiert ist die Sonderschau in sieben Themenabschnitte: Ein steinerner Stampftrog aus Hessen und das frisch restaurierte Modell einer Papiermühle stehen am Beginn. Unter der Überschrift „Überall Papier. Was kann Papier?“ geht es um die zahlreichen Verwendungs-Szenarien von Papier. Dass das Papier-Zeitalter auch das Zeitalter der Auflistung und Verbuchung, der Berechnung und aktenförmiger Entscheidungsprozesse ist, kommt ebenso zur Sprache wie die Einführung des Lochkarten-Verfahrens, in dem das Papier eine neue Funktion als maschinenlesbarer Datenträger bekommt. Das letzte Kapitel der Ausstellung setzt sich mit Papier-Magie auseinander.

Die Sonderschau im Deutschen Buch- und Schriftmuseums in Leipzig „Bahnriss?! Papier | Kultur“ wird bis 2. Oktober 2016 gezeigt. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags von 10 bis 20 Uhr sowie feiertags (außer montags) von 10 bis 18 Uhr; der Eintritt ist frei.

www.dnb.de