Aktuelles

23.05.2019

Passendes „Retrofit“

Nördlich des Großraums Mailand (Italien), in Pessano, wurde am Druckerei-Standort von RCS Quotidiani jetzt die Steuerungstechnik im Zeitungs-Versandraum erneuert

RCS Group (Rizzoli Corriere della Sera) mit Sitz in Mailand, einer der großen Medienkonzerne Italiens, betreibt mehrere Druckzentren, um das Land flächendeckend mit Zeitungen wie dem „Corriere della Sera“ oder der – durch ihr hellpinkfarbenes Papier bekannte – Sport-Tageszeitung „Gazetta dello Sport“ zu versorgen. Zwölf bis fünfzehn Jahre nach Installation der aktuell genutzten Versandtechnik in Pessano, Padua und Rom war es nun Zeit, vor allem die Steuerungselektronik dem Entwicklungsstand anzupassen – ein Großprojekt, das im Jahr 2018 „über die Bühne“ ging.

RCS Quotidiani, Zeitungsproduzent der RCS Group und Ferag-Anwender seit den 1990-er Jahren, betreibt seinen größten Druckerei-Standort in Pessano, nördlich des Großraums Mailand. Weitere Druckereien versorgen von Padua aus z.B. den Nordosten des Landes oder in Rom den Ballungsraum rund um die Hauptstadt. Alle Standorte waren von 2004 bis 2008 wegen einer Formatumstellung der genannten Zeitungen mit neuer Versandraumtechnik ausgestattet worden – von der Paketbildung und Deckblatt-Herstellung bis zur Fördertechnik und Verladerampe.

Nachdem über die Jahre stets Hardware erneuert worden war, hatte die RCS Group 2015 die Evaluation für neue Steuerungstechnik im Versandraum begonnen, 2017 wurde ein exakter Ablaufplan für das „Retrofit“ der jeweiligen Produktionslinien in unterschiedlichem Umfang definiert. In Pessano etwa werden sechs Falzausgänge genutzt. Vier Produktionslinien, über die der „Corriere della Sera“ verarbeitet wird, führen auf sechs Ferag-„Multi Stack“(MTS)-Kreuzleger. Die etwas neueren zwei Einzeltaktförderlinien der „Gazetta dello Sport“ sind mit je drei MTS ausgerüstet.

Dennoch musste die RCS Group bei ihrer Strategie berücksichtigen, wie die künftige Nutzung der Produktionslinien vermutlich erfolgen wird. So wurden in Pessano zwei Produktionslinien nicht aktualisiert, zwei andere erhielten ein Update der Steuerungseinheit PRA-PC zu PRA+ sowie eine neue Ansteuerung der Deckblatt-Herstellung und der Inkjet-Beanschriftung; bei den zwei neuesten Produktionslinien aber (ausgerüstet mit separatem Abtransport) wurden neben der Liniensteuerung „Line Master“ (LIM) auch die Paket-Transportstraßen-Steuerung (Dispatchmaster DIM) zum derzeitigen Standard PKT 2 aktualisiert. Mailroom-Dataserver (MDS) und übergeordnetes IDS-System wurden in Pessano ebenfalls getauscht.

Aussage von Ferag-Projektleiter Kurt Mettler zufolge, war die größte Herausforderung, während des Umbaus regelmäßig Paketbildung und Paketabtransport sicherzustellen. „Der Umbau war massiv, allein was den Umfang der Neu-Verkabelung angeht. Ebenfalls wurde sämtliche Pusher-Module ausgetauscht.“ Die Neuverkabelung war nötig, weil die aktuelle Version des Plattenketten-Transporteurs PKT2 nach einem völlig neuen Prinzip funktioniert: Erst wird das Deckblatt eines Paketes abgescannt, dann in der Datenbank nachgefragt, was damit zu geschehen hat, also an welcher Position es von der Kette gestoßen werden muss. Dafür wurden über den Plattenketten Kameras montiert (und angesteuert). Die aktuelle Software zur Ansteuerung des Pakettransports stellt eine Verarbeitung nach beiden Prinzipien sicher. Durch den Umbau eines Teils der Versandraumlinien hat RCS auch den Ersatzteilbestand der unveränderten Technik aufstocken können.

www.ferag.com, www.rcsmediagroup.com

Diese Website verwendet Cookies zur Verbesserung und Analyse der angebotenen Dienstleistungen. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung. Ich stimme der Verwendung von Cookies zu: