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27.03.2017

Phänomen „Zeit“ wird inszeniert

Zum vierten Mal wird der internationale Designpreis Halle (Saale) vergeben. Die nominierten Werke für die dazu veranstaltete Ausstellung stehen jetzt fest.

Bereits seit 2007 wird der mit 10 000 Euro dotierte Wettbewerb initiiert. Studierende und junge Profis aus gestalterischen Berufen sind aufgefordert, ihre Entwürfe zu einem weit gefassten inhaltlichen Rahmen einzusenden. Diesmal wurden Produkte, Ideen und Konzepte nominiert, die sich mit dem Phänomen „Zeit“ befassen. Insgesamt 375 Arbeiten aus 31 Ländern wurden zu dem im dreijährigen Rhythmus initiierten globalen Wettbewerb dieses Jahres eingereicht. Für die nun vom 24. Mai bis 11. Juni 2017 ausgerichtete Ausstellung im einstigen Gebäude der Physikalischen Chemie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wählte eine Fachjury 15 Arbeiten aus. Diese unterschiedlichen Werke werden zur Eröffnung am 23. Mai 2017 laut Organisator „in einer dichten Inszenierung“ gezeigt.

Unter den Arbeiten befinden sich einzelne Buchkunst-Werke, beispielsweise von der 1986 in Mexico geborenen María Marín de Buen und von dem 1981 in Deutschland geborenen Bernhard Wilke.

Besonders ein „Kalender mit speziellem Mechanismus“ dürfte für Buchbinder interessant sein. Der Abreißkalender ist weniger ein verlässlicher Datumsanzeiger, sondern vielmehr ein Spiegel unserer eigenen Unzuverlässigkeit. Denn während wir an den ersten Tagen des neuen Jahres noch gerne das allmorgendliche Abreißen vornehmen, verflüchtigt sich dieser Eifer rasch – mit der Folge, dass der Kalender noch im Frühjahr einen der ersten Januartage als Datum ausweist. Offenbar ist der Spreng & Sonntag GbR (Karlsruhe) nun ein Durchbruch gelungen: Deren 367-seitige Kalender zeigt garantiert jeden Tag das korrekte Datum an, auch wenn man mal das Abreißen vergisst. Eingereicht wurde dieses Werk von dem 1991 geborenen Moritz Jähde aus Deutschland.

www.designpreis-halle.de