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25.10.2017

Politisches Spiegelbild

Die Frankfurter Buchmesse offerierte wieder Meinungsfreiheit und Pluralismus – und kam diesmal jedoch nicht ohne Konfrontationen und Handgreiflichkeiten aus

Erneute Zuwächse verzeichnete die größte internationale Veranstaltung der Literatur-Branche: Diesmal meldete die Frankfurter Buchmesse insgesamt 286 425 Gäste – drei Prozent mehr als im Vorjahr. Insbesondere am Wochenende gab es mit einem Besucherplus von 6,5 Prozent noch vollere Messehallen und Messestände. Parallel dazu kamen die Fachbesuchertage auf einen Rückgang von 0,2 Prozent. 2017 präsentierten 7300 Aussteller aus mehr als 100 Ländern ihre Artikel, Dienstleistungen und Werke. Zudem wurden rund 4000 separate Events in der Messewoche in ganz Frankfurt am Main initiiert. Wiederum war etwa das Literary Agents & Scouts Centre ausgebucht – mit nahezu 900 Agenten und über 300 Agenturen aus 30 Ländern.

Politisch war diese Frankfurter Buchmesse ganz besonders. Bei der Eröffnung setzten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (unser Foto) ein starkes Zeichen für ein Europa der Kultur. Frankreich war Ehrengast der Veranstaltung für das Publishing. Allein 180 französischsprachige Autorinnen und Autoren trafen bei rund 350 Events unter dem Messeturm und in der Stadt interessierte Leser. Zahlreiche Politiker wurden ebenfalls gesichtet. Darüber hinaus konnte das Literaturfest in der Main-Metropole wieder mit der Präsenz prominenter Autoren wie Margaret Atwood, Sebastian Fitzek, Ken Follett, Paula Hawkins, Dr. Eckart von Hirschhausen, Daniel Kehlmann, Reinhold Messner, Dr. Richard David Precht, Rafik Schami oder auch Nicholas Sparks punkten.

Daneben gab es Konfrontationen zwischen rechten und linken Gruppen. Die Frankfurter Buchmesse lehnt die politische Haltung als auch die verlegerischen Aktivitäten der neuen rechtsgerichteten Gruppen entschieden ab. „Dennoch sind wir als Veranstalter der größten internationalen Messe für Bücher und Medien dem Grundrecht auf freie Meinungsäußerung verpflichtet“, sagte Direktor Juergen Boos. Im Hinblick auf die von der Polizei aufgelösten Handgreiflichkeiten äußerte er: „Gewalt als Mittel der Auseinandersetzung verurteilen wir aufs Schärfste.“ Einmal aufs Neue habe sich die Branche „lebendig und vielfältig gezeigt“, resümierte Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des deutschen Buchhandels, „und einen starken Appell für Meinungsfreiheit und Pluralismus, für eine offene und tolerante Gesellschaft von Frankfurt aus in die Welt gesendet“.

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