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30.11.2015

Potenzial für neue Lernform

Augmented Reality (AR) – „erhöhte Realität“ – lautet das Stichwort für ganz neue Möglichkeiten: Wie kann diese Technologie gemeinsam mit anderen Lernformen die Aus- und Weiterbildung bereichern?
Hierzu trafen sich 50 Vertreter(inn)en von Hochschulen, Instituten, Industrie-Unternehmen und Verlagen zu einem ersten Austausch unter dem Motto „AR-Dialog“ in Berlin. Eingeladen hatte das Projekt Social Augmented Learning (SAL) und das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD) in das Fraunhofer-Forum Berlin.

Professor Dr. Bodo Urban vom Fraunhofer IGD erläuterte in einem einführenden Vortrag Konzepte und Einsatz-Möglichkeiten von Augmented Reality. Die Herausforderungen an die Bildung durch den digitalen Wandel standen im Mittelpunkt des Beitrags von Professor Dr. Anne König von der Beuth-Hochschule für Technik, Berlin. Anhand der Veränderungen der Hochschulpraxis und bei den Studierenden wurden die Herausforderungen an die heutige Lehre verdeutlicht.

Dann demonstrierte Christian Dominic Fehling von der Bergischen Universität Wuppertal ein konkretes Anwendungsbeispiel für AR in der Ausbildung. Anhand der im Projekt SAL vom Fraunhofer IGD entwickelten (Lehr- und Lern-) Anwendung erläuterte er, wie Augmented Reality und 3D-Modelle die verborgenen Prozesse im Inneren einer Druckmaschine sichtbar und damit besser lernbar machen können. Ein eigens entwickeltes Autorenwerkzeug erlaubt Lehrenden darüber hinaus auf einfache Art und Weise, Inhalte für das Lernen in einer erweiterten Realität zu erstellen, zu bearbeiten und so zu individualisieren. Jürgen Kappus von der [ka:media] interactive GmbH ging in seinem Vortrag auf die gesamte Breite bereits am Markt befindlicher AR-Anwendungen ein. Für ihn ist AR kein Hype mehr, sondern eine Zukunftstechnologie, die durch weitere Förderung hin zu nachhaltigen, Mehrwerte schaffenden Lösungen weiter entwickelt werden muss.

Während der Diskussion spielten vor allem die Fragen nach dem didaktischen Mehrwert des AR-Einsatzes, die Erstellung von einsetzbaren 3D-Modellen und Usability eine Rolle. Vorteile der Augmented Reality werden in der unmittelbaren, authentischen Verknüpfung von Realität und Virtualität gesehen. Es wird prognostiziert, dass die Technologieschübe im Zuge der digitalen Transformation neue Methoden der (semi-)automatischen Erstellung von 3D-Inhalten hervorbringen werden. Zum Interaktionsdesign von Augmented Reality gibt es, verglichen z. B. mit den Touch-Gesten am Smartphone, leider noch keine etablierten Best-Practice-Beispiele.

Gleichzeitig zur Tagung konnten die Teilnehmer in einer Ausstellung die SAL-Lernmodule sowie das Autorenwerkzeug kennenlernen und erproben. Darüber hinaus stellte das Fraunhofer IGD mit „Plant@Hand-3D“ eine 3D-Visualisierung für die Echtzeit-Steuerung in der vernetzten Produktion vor. Aufgrund der positiven Resonanz sehen die SAL-Projektpartner gute Perspektiven, die AR-Anwendungen auch in anderen Branchen und für andere Zielgruppen einzusetzen.

www.social-augmented-learning.de/ar-dialog