Aktuelles

27.02.2020

Restaurierung auf Erfolgsspuren

Nunmehr gibt es für den Buchbinder-Beruf eine bundeseinheitliche Fortbildungsordnung „Geprüfte(r) Restaurator(in) im Handwerk“.

Gemeinsam mit zuständigen Bundesministerien, mit Sozialpartnern und Sachverständigen aus der betrieblichen Praxis hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) im Auftrag der Bundesregierung diese Fortbildungsordnung entwickelt. Hiermit soll dem wachsenden Bewusstsein für das Handwerks-Kulturerbe in Deutschland Rechnung getragen werden. Rund 300 in den 1980er-Jahren etablierte Regelungen der Handwerkskammern werden abgelöst mit der am 18. Dezember 2019 in Kraft getretenen Fortbildungsordnung „Geprüfter Restaurator/Geprüfte Restauratorin im Handwerk“.

Übergreifende Handlungsbereiche der Qualifikation sind die Pflege und Weitergabe des Kulturerbes sowie die Anwendung und Weiterentwicklung von Methoden zu dessen Erhalt, Restaurierung und Konservierung. Bei der Entwicklung von Konzepten sowie der Umsetzung, Koordinierung und Leitung von Maßnahmen liegt der Schwerpunkt auf gewerkespezifischen Techniken, Materialien und Geräten. Gleichwohl ist die Risiko- und Schadensprävention dabei von Bedeutung. In der Prüfung ist neben einem gewerkespezifischen und einem gewerkeübergreifenden schriftlichen Teil eine Projektarbeit durchzuführen. Insgesamt auf 19 Gewerke erstreckt sich die Aufstiegs-Fortbildung, hierunter auch auf den Beruf des Buchbinders. Qualifizierte Fachkräfte arbeiten in Handwerks- und Restaurierungsbetrieben sowie in staatlichen und privaten Institutionen.

Diese Qualifikation setzt eine erfolgreich abgelegte Meisterprüfung und eine mindestens einjährige Berufspraxis in einem der genannten Handwerke voraus. Abweichend davon ist eine Zulassung zur Prüfung auch möglich, wenn sich die entsprechenden Kompetenzen auf andere Weise nachweisen lassen.

Vonseiten des Bundesverbands Deutscher Buchbinder (BDBI) hat Vorstandsmitglied Werner Obermeier (Foto), Inhaber der Buchbinderei Obermeier in Rottenburg, großes Engagement bei der Konzeption der neuen Fortbildungsordnung gezeigt. Ergänzend macht der Experte darauf aufmerksam, dass die Aufstiegs-Fortbildung mit dem gewerkespezifischen und dem gewerkeübergreifenden schriftlichen Teil mindestens 800 Stunden Weiterbildung und weitere 800 Stunden Selbststudium einschließt. Kenntnisse der (Restaurierungs-) Techniken sind Bedingung; diese Techniken werden aktuell bereits in der Weiterbildung zum „Buchbinder für Restaurierarbeiten“ am Buchbinder-Colleg Stuttgart angeboten.

Werner Obermeier: „Der Anspruch des Handwerks auf den Bereich Denkmalpflege besteht aus der Tatsache, dass der Handwerker bereits das erschaffen hat, was er später mit entsprechend umfangreicher Weiterbildung in der Restaurierung und Konservierung erhalten soll. – Um den Umfang der Weiterbildung mit Abschluss ‚Restaurator im Handwerk‘ zu würdigen, muss man bereits dessen Ausbildung, seine Gesellen- und Meisterjahre miteinbeziehen. Unser zukünftiger typischer Absolvent braucht sich keinesfalls vor seinem akademischen Kollegen zu verstecken. Im Gegenteil: Er hat seine Restaurierungstechniken von der Pike auf gelernt.“

www.bibb.de/de/berufeinfo.php/profile/advanced_training/00258/2019

Einen ausführlichen Beitrag lesen Sie in bindereport 3-2020.

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