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08.01.2020

Sorgenkind Briefkasten

Weiterhin geht die Briefumschlag- und Versandtaschen-Produktion deutlich zurück, wobei sich die Branche mit „Briefkasten-gerechten“ (Klein-) Verpackungen „flottmacht“.

Demnach sind die Absatzmengen der Briefumschläge und Versandtaschen gemäß Analysen der B.O.S. Unternehmensberatung von 18,1 Milliarden Stück (2010) auf geschätzt 11,8 Milliarden Stück (2019) zurück gegangen. Deswegen müssen sich die Fabriken auf die geringeren Produktionsvolumen einstellen. Derweil reagieren die Mitglieder des Verbandes der deutschen Briefumschlag-Industrie (VDBF) darauf: mit einem Mix aus Kapazitätsanpassungen wie Werksstillegungen, der Entwicklung neuer Produkte und Investitionen im Briefumschlag-Bereich in Kleinlos-Anlagen.

Eindeutige Stabilität oder Zuwächse würden momentan großformatige Versandtaschen und Versandhüllen, hochwertig bedruckte Briefhüllen sowie Glückwunschkarten-Briefhüllen aufweisen. Darunter verliefen die Geschäfte mit Luftpolster- und Dokumententaschen positiv – diese Produkte würden sich sehr gut im Online-Versandhandels-Boom einpassen. Ferner gebe es einen stabilen Bedarf im Bereich bedruckter Briefhüllen für Kleingewerbe und Handwerksbetriebe sowie in dem für Spendenaufrufe bekannten Charity-Bereich. Besonders der Absatz von Kuvertierhüllen für den Rechnungsversand speziell seitens der Behörden habe sich verringert – infolge der Verordnung über die elektronische Rechnungsstellung dürfte dieser Bereich im Jahr 2020 wohl wegbrechen. Hingegen gebe es bei E-Commerce-Verpackungen und Direct-Marketing-Werbehüllen ein klares Aufwärts. Wiederum könnten diese erfreulichen Zuwächse die Verluste bei den Kuvertierhüllen für den Rechnungsversand und den Sortimentsartikeln für den Schreibwaren-Bedarf nicht ausgleichen.

Längst dienen Briefkuverts dem Informations- und Kommunikationstransfer, doch immer mehr dem Versand von unterschiedlichen Artikel und Waren. Unter dem Begriff „Envelope 2.0“ haben die VDBF-Mitglieder neue Produkte im Sortiment, die diesem revolutionären Wandel in der klassischen „physischen“ Briefpost-Kommunikation genügen sollen. Heute werden z.B. Briefumschläge und Versandtaschen in höheren Papiergrammaturen hergestellt, spezielle wasserdichte, fadenverstärkte und unzerreißbare Produkte, oder für empfindliche Warengüter konzipierte Briefumschläge, die anstatt mit Kunststoff mit Papier gepolstert sind. Zudem sollen diese mit diversen Funktionalitäten ausgestatteten „Envelope 2.0“-Produkte in die hierzulande vielfach schmalen Briefkastenschlitze passen.

Frank Baier

www.vdbf.org, www.keepmeposted.info



Einen ausführlichen Beitrag lesen Sie in bindereport 1-2020.

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