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17.04.2020

Sukzessive autonome Produktion

Die Heidelberger Druckmaschinen AG wartet in ihrem Weiterverarbeitungs-Portfolio mit mehreren Neuheiten für den Bereich Falztechnik auf.

Bei der Weiterverarbeitung von Druckerzeugnissen liegen noch viele Potenziale hinsichtlich stärkerer Automatisierung, höherer Produktivität und integrierten Prozesse – sowohl bei den Akzidenz- als auch bei den Verpackungsherstellern. Gleichwohl müssen einfachere und bedienerfreundlichere Maschinen den Fachkräftemangel kompensieren und körperliche Tätigkeiten reduzieren. Der Maschinenbau-Konzern nimmt diese aktuellen Anforderungen auf. „Im Akzidenzdruck erzeugt die Abteilung Weiterverarbeitung mit zirka 60 Prozent die höchsten Personalkosten“, erläutert Jörg Dähnhardt (Foto), Leiter Märkte und Produkte für Postpress bei Heidelberg. „Deswegen haben wir hier den Schwerpunkt auf die integrierte Automatisierung mit ‚Push-to-Stop‘ für die Falzmaschinen gelegt, um die Rüstzeiten zu verringern und die Produktivität zu erhöhen. Mit dem Robotersystem ‚Stahlfolder P-Stacker‘ steigern wir den Materialfluss und entlasten den Bediener“, stellt der Experte die Vorteile dar.

Rund sieben Tonnen Papier stapelt der Bediener an einer Falzmaschine pro Schicht auf die Palette. Dabei können die Pakete bis zu acht Kilogramm wiegen und in einem Zyklus von bis zu fünf Paketen je Minute ankommen. Diese physische Belastung führt in der Praxis dazu, dass die Maschinengeschwindigkeit bewusst reduziert wird, logistische Unterbrechungen und Stillstandzeiten als Pause genutzt werden oder eine weitere Arbeitskraft benötigt wird. Ab sofort soll der „Stahlfolder P-Stacker“, ein robuster Sechs-Achs-Industrieroboter, der mittels ausgeklügelter Greifer-Technologie die Signaturstapel schonend und sicher greift und absetzt, den Bediener unterstützen. Hierbei nutzt der Roboter das volle Format einer Europalette. Der „Stahlfolder P-Stacker“ soll für eine erhöhte Produktivität und Effizienz im Falzprozess sorgen, den Bediener entlastet und ihm Freiraum für zusätzliche Tätigkeiten wie die Qualitätskontrolle geben.

Bereits seit vier Jahren gibt es das „Push to Stop“-Konzept für Heidelberger-„Speedmaster“-Druckmaschinen; nunmehr wird das Konzept auch für „Peak Performance“-Falzmaschinen des Konzerns angeboten werden. Mit der autonomen Produktion von Signaturen erhalten die Anwender einen ersten Schritt hin zur autonomen Produktion in der Weiterverarbeitung. Möglich ist dies auf den „Stahlfolder“-Falzmaschinen TH/KH 82-P und TX 96, die dadurch deutlich an Produktivität gewinnen, während sich die Bediener verstärkt auf die Qualität der gefalzten Signaturen konzentrieren können. Zielgruppe hierfür sind Kunden mit häufigen Inhaltswechseln und kleinen Auflagen.

Aufgrund von „Push to Stop“ müssen die Signaturen nicht mehr durch separate Paletten oder Papiermarkierungen getrennt werden, sondern werden nacheinander abgearbeitet. Insgesamt beruht das System auf zwei Komponenten: aus einem aufgedruckten Barcode auf den Signaturen und je einem integrierten Kamerasystem im PFX-Anleger und der Palamides-„Alpha“-Auslage. Ohne aktives Eingreifen durch den Bediener beginnt dann die Produktion der nächsten Signatur autonom. Eine Untermischung der verschiedenen Signaturen im Stapel in der Auslage wird vermieden.

Generell gilt in der Weiterverarbeitung: Aufgrund von Maschinen verschiedener Hersteller und (zumindest im Bereich Akzidenz) vieler manueller und zeitintensiver Arbeitsschritte ist eine Nachkalkulation fast unmöglich. Hierbei soll eine Standard-Schnittstelle für Transparenz und Effizienz bei der Auftragsabwicklung sorgen. „Postpress Data Ready“ konzentriert sich rein auf die Erfassung von Betriebsdaten aus dem Bereich Akzidenz oder Verpackung. Die weitestgehend automatisierte Datenerfassung bezieht sich z.B. auf Echtzeit-Daten zum Produktionsfortschritt und für die Auftragsplanung. Entsprechend erhält der Kunde eine verlässliche Datenbasis für eine wirtschaftliche Kapazitätsplanung und für eine einfachere Nachkalkulation. Bei „Postpress Data Ready“ handelt es sich um eine nicht-proprietäre Daten-Schnittstelle, und somit ist auch die Integration in Management-Informations-Systeme (MIS) möglich.

www.heidelberg.com

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