Aktuelles

22.03.2016

Vielseitiges Handwerk

Autoren, Illustratoren, Lektoren und Verleger, Grafikdesigner, Drucker und Buchbinder lockten eine Viertelmillion Besucher nach Leipzig.

Wiederum wurde Literatur in diversen Facetten gefeiert: 260 000 Besucher (2015: 251 000) kamen vom 17. bis 20. März 2016 nach Leipzig, davon 195 000 (2015: 186 000) auf dem Leipziger Messegelände, berichtete der Veranstalter. 2250 Aussteller aus 42 Ländern (2015: 2263 aus 42 Ländern) offenbarten zur Leipziger Buchmesse, zur Manga-Comic-Con(vention) und zum Festival „Leipzig liest“ eine Angebotsvielfalt aus Worten, Bildern und Klängen. Besucher nutzen rund 3200 Events überall in der Buchmetropole zur Begegnung und zum Austausch. Einmal mehr präsentierte sich die Veranstaltung als Branchentreffpunkt des Frühjahrs.

Längst ist die klassische Buchladen vor Ort nicht mehr stationär, sondern er baut stattdessen seine erfolgreiche Multi-Channel-Strategie nebst digitalen Angeboten weiter aus. Dies meint man beim Branchenverband, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V. Obwohl die Medienkonkurrenz angewachsen ist, blieb der Umsatz der Buchbranche im vergangenen Jahrzehnt mit rund 9,4 Milliarden Euro im Jahr auf stetig hohem Niveau. Demnach haben sich im Jahr 2015 besonders gut Sachbücher verkauft, während sich Reiseliteratur, Kinder- und Jugendbücher sowie Belletristik im leichten Minus befanden. Weiter im Aufwind befinden sich elektronische Bücher – mit knapp fünf Prozent mehr als 2014: Somit wurden 4,5 Prozent des Umsatzes im vergangenen Jahr mit E-Books erzielt.

Besucher konnten am Messestand der Buchbinder-Innung Sachsen vielfältige Möglichkeiten des Handwerks erkunden. Claudia und Hilmar Dettlaff aus der Buchbinderei in Leipzig-Engelsdorf zeigten Konstruktionsvarianten von Broschuren, Cornelia Ahnert und Kollegen aus der Buchbinderei Heinz Meyer in Oberlichtenau/Chemnitz lüfteten das Geheimnis sichtbarer Heftungen, Mitarbeiterinnen der Müller Buchmanufaktur Leipzig-Gerichshain präsentierten hochwertige Minibücher und edlen Schmuck (unser Foto zeigt Claudia Schrödter, links), und bei den Werkstätten für Buchbinderei aus Chemnitz ließen die Besucher ihr persönliches Notizbuch fertigen.

Bei der Eröffnung der Leipziger Buchmesse wandten sich Stanislaw Tillich, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, und Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, gegen zunehmende Fremdenfeindlichkeit und Gewaltbereitschaft in der deutschen Gesellschaft aus und forderten einen friedlichen Diskurs. Tillich zufolge sei es an der Zeit, Haltung zu zeigen, gegen jene, die die europäischen Werte mit Füßen treten. Haltung zeigen für die Meinungsfreiheit, dazu riefen auch der Branchenverband und der Buchmesse-Veranstalter die geladenen Gäste der Eröffnungsfeier mit ihrer gemeinsamen Aktion „Für das Wort und die Freiheit“ auf.

www.leipziger-buchmesse.de