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24.01.2017

Zukunft des Handwerks ist weiblich

Buchbinder-Gesellinnen sind auch wieder unter den Preisträgern des jüngsten bundesweiten Leistungswettbewerbs des deutschen Handwerks.

Während einer von der EU-Kommission initiierten „Europäischen Woche der Berufsbildung“ wurden noch vor Jahresende 2016 in Münster die besten Gesellinnen und Gesellen des deutschen Handwerks ausgezeichnet. Gemeinsam mit Garrelt Duin, Wirtschaftsminister von Nordrhein-Westfalen, überreichten ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer (siehe unser Foto) und Hans Hund, Präsident der Handwerkskammer Münster, den I. Bundessiegern die vom Wettbewerbs-Schirmherrn, Bundespräsident Joachim Gauck, signierten Siegerurkunden. Geehrt wurden ebenfalls die ersten Preisträger des Gestaltungswettbewerbs „Die gute Form im Handwerk – Handwerker gestalten“.

Unter den I. Bundessiegern im Leistungswettbewerb als auch unter den 2. Preisträgern im Gestaltungswettbewerb ist eine Buchbinderin aus Berlin: Cathleen Saborowski (24) arbeitet seit ihrer Ausbildung im Berliner Atelier Tiemeyer. Innerhalb der nächsten drei Jahre wird ihr von der Stiftung für Begabtenförderung im Handwerk die Teilnahme an Weiterbildungen ermöglicht. Cathleen Saborowski erkennt darin „eine große Freiheit und Chance, neue Fähigkeiten zu entdecken und zu entwickeln“. Zudem werde sie „noch ein anderes Projekt ausbrüten“: Denn im (Wonnemonat) Mai 2017 wird sie erst einmal Mutter.

Vertraut ist Frieda Härtel (24) aus Strahlwalde in der Oberlausitz als „Gesicht“ der Imagekampagne des deutschen Handwerks „Ich hab‘ was Besseres vor“, gehört jetzt zu den II. Bundessiegern im Leistungswettbewerb und zu den 1. Preisträgern im Gestaltungswettbewerb des Jahres 2016. Ihre Ausbildungswerkstatt war die Universitätsbuchbinderei Fritz Castagne in Kiel. Frühzeitig hatte sie sich entschieden, ab August 2016 „mindestens drei Jahre als freireisende Wandergesellin“ zu verbringen. „Zunächst will ich andere Werkstätten kennenlernen und weitere Erfahrungen im Handwerk sammeln.“

Unter den III. Bundessiegern im Leistungswettbewerb ist eine Buchbinderin aus Nordrhein-Westfalen zu finden: Nicola Hoffmann (24) wurde in Herdecke im Ennepe-Ruhr-Kreis geboren und absolvierte ihre Ausbildung bei der Buchbinderei Karen Begemann GmbH in Hamburg. Mittlerweile hat sie bewusst eine Akademiker-Laufbahn eingeschlagen und ein Innenarchitektur-Studium in Detmold aufgenommen. Ihre nächsten Vorhaben sind der Abschluss des Studiums und die Wiederaufnahme des Buchbinder-Handwerks als Hobby oder beruflich. „Eine Verknüpfung beider Interessen wäre mir aber am liebsten.“

Ihren Namen entdeckt man auf der Liste der 3. Preisträger im Gestaltungswettbewerb: Lisa Gümbel (22) stammt aus Duderstadt in Hessen und absolvierte ihre Ausbildung bei der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek der Georg-August-Universität in Göttingen. Derweil arbeitet sie bei der Buchbinderei Görich GmbH in Marburg: „Ich habe vor, in den nächsten Jahren mein Stipendium zu nutzen, mich fortzubilden und denke darüber nach, zur Meisterschule zu gehen. Ich möchte auf jeden Fall weiter als Buchbinderin arbeiten und würde mir wünschen, dass das Handwerk auch in Zukunft wertgeschätzt wird.“

www.zdh.de

Einen ausführlichen Beitrag können Sie in bindereport-Ausgabe 02-2017 lesen.