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23.05.2016

Zwischen Bastelei und Handwerk

„Bind it yourself (Buchbinden leicht gemacht)“ gehört zu den jüngsten Hobbybüchern aus dem Haupt Verlag in Bern (CH).

Oftmals gewährt uns die Lektüre spannende Einblicke über geografische Grenzen hinaus. Warum sollte sich nicht auch die Lektüre von außerhalb des deutschsprachigen Raums entstandenen Hobbybüchern lohnen? Vorliegende Publikation wurde vor zwei Jahren von dem in Spanien gegründeten Verlag Index Book herausgegeben; der Verlag ist spezialisiert auf die Bereiche Grafikdesign sowie visuelle Kommunikation. „Bind it yourself“ wurde von Birgit Lamerz-Beckschäfer aus dem Englischen übersetzt und zählt zu den jüngsten Frühjahrs-Neuerscheinungen des in der Schweizer Bundeshauptstadt ansässigen Haupt Verlages.

„Bind it yourself“ ist vom sehr strukturierten und übersichtlichen Layout her sowohl ein Hobbybuch als auch ein Sachbuch, das einige wichtige Fertigungstechniken des Buchbinder-Handwerks in anschaulicher und verständlicher Weise auf den Punkt bringt. Dabei handelt es sich lediglich um eine Einführung für interessierte Laien. Oftmals geht das Niveau über eine Papier- und Karton-Bastelei nicht hinaus. Bereits in der Einleitung heißt es: „Schon ein Stündchen Freizeit reicht aus, um etwas Einzigartiges zu schaffen, das Sie selbst nutzen oder jemandem schenken können.“ Anhand zahlreicher durchnummerierter Abbildungen und in praktischen Schritt-für-Schritt-Anleitungen wird gezeigt, mit welchen Methoden aus Papier und Karton ganz einfach selbst gebundene Buchbinderprodukte hergestellt werden können. Fünf Kapitel bringen dem Leser einige Fertigungsideen näher.

Einfachste Formen der Drahtheftung erscheinen in Kapitel 1, Gummibänder kommen in Kapitel 2 zur Anwendung. Notizbücher, Leporellos und Fächermappen kann man nach der Lektüre des Kapitels 3 herstellen. Klebstofffreie Varianten können die Leser in Kapitel 4 kennenlernen, das die Fadenheftung, die japanische und die koptische Bindung präsentiert. Einfachste Formen von Bucheinbänden werden in Kapitel 5 dargestellt.

Insgesamt eine durchweg gelungene Publikation, die besonders dem Laien zu verdeutlichen gedenkt: Buchbinden ist eine (Handwerks-) Kunst, die heute immer noch – abseits der industriellen Druck-Weiterverarbeitung – aus der Kreativität heraus manch originelle Ergebnisse ermöglicht. Letztlich lässt das Hobbybuch an geeigneter Stelle den Hinweis auf den realen Arbeitsmarkt vermissen, das mit dem Handwerks-Buchbinder ein bestehender und ausgeübter Ausbildungsberuf existiert.

www.haupt.ch